Eine unvollendete Reise….

Hallo, wie die Überschrift schon sagt gibt es leider nichts erfreuliches zu berichten. Ich bin mittlerweile seit 2 Tagen zurück in Deutschland. Ich habe den PCT in Tehachapi nach ca. 110 Meilen abgebrochen. Ihr könnt Euch vorstellen, dass ich sehr enttäuscht darüber bin schon nach so kurzer Zeit aufgehört haben zu müssen.

Hauptgrund für den Abbruch waren erhebliche Probleme durch Blasen und einen stark entzündeter Zehennagel. Die Probleme begannen schon mehrere Tage vor Tehachapi, aber ich dachte dass es trotzdem weiter gehen könnte. Grund für die Probleme, war die falsche Wahl meiner Schuhe. Sie waren zu weich und instabil für mein Gewicht und das Gewicht meines Rucksacks. Das war ein Fehler, der mir hätte nicht passieren dürfen, da ich genug Erfahrung durch viele andere Touren habe und auch noch nie Probleme mit Blasen etc. mit meinen anderen Schuhen hatte. Ich habe mich durch das ständige Thema „Ultralight“ beeinflussen lassen und mich dann für die falschen Schuhe entschieden. „Ultralight“ ist wirklich wichtig, aber nicht um jeden Preis.

Zelt, Isomatte, Rucksack, Kocher etc. müssen wirklich leicht sein, um das Basisgewicht gering zu halten. Bei den Schuhen sollte man das überdenken. Ich werde es auf jeden Fall beim nächsten Mal anders machen.

Noch in Casa de Luna hab ich versucht das zu korrigieren. Papa Joe (Mann von Terrie, Besitzer des Casa de Luna) erklärte sich bereit mit mir Richtung LA zu REI zu fahren, um mir neue Schuhe zu kaufen. Nochmal Danke an dieser Stelle dafür, denn wir waren fast 3 Stunden unterwegs und er wollte nichts dafür. Unglaublich die Gastfreundschaft, die einem überall entgegen gebracht wurde. Ich habe dann meine Schuhe, durch die Salomon XA Pro 3D ausgetauscht. Mein 2. Paar, die La Sportiva Ultra Raptor hatte ich ja schon nach Kennedy Meadows voraus geschickt. Bad Luck!!! Nach 1,5 Zero Days in Casa de Luna dachte ich, dass es weitergehen könnte. Anfänglich sah es auch ganz gut aus, doch dann wurde es wieder schlimmer. Vor allem der entzündete Zehennagel machte grosse Probleme. Die ganzen Tage, ständig mit Schmerzen durch die Wüste zu laufen, macht wirklich kein Spass! Einige sagten das ist der PCT, da muss man durch etc……! Das kann schon sein, aber mein Ding war es nicht! Vielleicht fehlte mir dafür es zu akzeptieren auch die richtige Einstellung. In Tehachapi ging ich dann ins Krankenhaus, um mal einen Arzt drüber schauen zu lassen u. mir eine Meinung einzuholen.

Das die Behandlungskosten in Amerika hoch sein könnten, dachte ich mir schon, aber was dann kam ist wirklich kein Witz. Ich dachte erst es wäre einer, war es aber nicht. Für das Aufschneiden, Desinfizieren von 3 Blasen, die Behandlung des entzündeten Zehennagels und noch ein paar warmen Ratschlägen wollten Sie, sage und schreibe 1600$ haben. Ja Ihr lest richtig! Unglaublich….! Natürlich habe ich das nicht bezahlt und nach langen, zähen Verhandlungen und einer Reise durch das halbe KH um mit Verantwortlichen zu sprechen,  waren die Kosten dann auf schlappe 463 $ geschrumpft. Immer noch der Wahnsinn, aber besser als 1600$! Das Resultat der Untersuchung war genau so beschissen wie die Kosten. Ich musste Antibiotikum nehmen, die Blasen und den Zehennagel absolut sauber halten und sollte eine Pause von ca. einer Woche einlegen, wobei nicht sicher war, das dann wieder alles in Ordnung sei.

Dieser Umstand und noch ein paar andere Gründe, haben mich dann nach 3 Tagen im Hotel dazu bewogen den PCT abzubrechen. Jetzt hier zu Hause, die Füsse sind wieder in Ordnung, der Zehennagel fällt bald ab, sieht natürlich alles wieder anders aus und ich frage mich ob es die richtige Entscheidung war den PCT abzubrechen? War ich zu voreilig mit der Abreise, war ich zu weich und noch einige andere Fragen gehen mir durch den Kopf!?

Ja! Es war zu dem Zeitpunkt als ich die Entscheidung getroffen habe, unter den Umständen die vorlagen, die richtige Entscheidung.

Auch wenn ich nicht so lange unterwegs war, habe ich doch einiges von der Reise mitgenommen. Habe einiges über mich erfahren. Jetzt überlege ich mir, wie es weiter gehen soll, denn an dem Grund meiner Reise, hat sich nichts wesentliches geändert! Irgendwann werde ich auch zum PCT zurückkehren, denn es gibt da noch genug zu sehen.

Melde mich wieder….., spätestens im September wenn es in den Iran geht. Jetzt noch ein paar Bilder von der Reise.

 

 

 

 

5 Gedanken zu “Eine unvollendete Reise….

  1. Steigeisen eher nicht, Micro-Spikes sollten reichen, Pickel auf jeden Fall. Wir werden aber auch vor Ort unseren Start nochmal überdenken und evt. doch noch paar Tage warten.
    Ansonsten gebührt Dir für diese Entscheidung höchster Respekt, wenn Verletzungen zu schlimm sind oder es einfach keinen Spaß macht, dann hört man eben auf. Man muss niemandem etwas beweisen.

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  2. Lieber Schatz Dein Beitrag hat mich tief berührt ! Du hast deine Erlebnisse und deine Gefühle sehr schön und für alle sehr gut nachvollziehbar aufgeschrieben! Ich kann sehr gut nach empfinden , wie es dir geht Und wie unterschiedlich du alles siehst während des Trails und jetzt ! Ich denke an dich ! Deine Maus

    Von meinem iPhone 6 s gesendet

    >

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  3. Hey Rüdiger, das tut mir sehr leid, vielleicht klappts das nächste Mal besser! Hattest Du denn eine Auslandskrankenversicherung? Und denkst Du die Ultra Raptor wären besser gewesen?
    Gruß Marco

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    1. Hallo Marco, ja das hoffe ich auch. Man lernt ja immer wieder dazu.
      Ja ich habe schon seit Jahren eine AuHier regnet es schon die ganze Zeit. slandskrankenversicherung beim ADAC. Die ist super und hat uns schon oft geholfen. Man muss nur beachten, dass die normale Versicherung nur für max. 30 Tage gilt. Deshalb hatte ich mich für die geplante komplette Zeit zusätzlich für 100€ abgesichert.
      Bezüglich der Ultra Raptors kann ich es nur vermuten. Ich glaube ja! Sie sind von der Sohle und dem Aufbau viel steifer und stabiler als die Salewa Ultra Trains. Wissen tue ich es nicht, da ich es ja nicht probieren konnte. Der Salomon den ich mir bei REI dann geholt hatte, war auf jeden Fall viel besser. Leider waren die „Verletzungen“ von vorher aber zu stark.
      Ich würde beim nächsten Mal wahrscheinlich auf einen richtigen Bergschuh wechseln. Mit dem leichten Lowa Renegade habe ich z. B. nur gute Erfahrungen gemacht.
      Ich drücke Dir auf jeden Fall die Daumen, dass es besser läuft und Du gut durch kommst. Hast Du mit Pickel u. Steigeisen geplant? Haben unterwegs gehört, dass man sie brauchen würde!
      Gruß Rüdiger

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