……auf dem Höhenweg unterwegs !!!

Der Höhenweg verläuft in hochalpinem Gelände auf einer anspruchsvollen Route. Nur erfahrene Bergwanderer und Bergwanderinnen sollten sich die Strecke vornehmen. In etwa einer Woche werden dabei mehr als 70 Kilometer zurückgelegt, man überwindet 6700 Höhenmeter. Die Länge der Tour kann aber auch jeder selbst bestimmen, ebenso wie den Ausgangspunkt: Starten kann man sowohl bei der Gamshütte als auch bei der Karl-von-Edel-Hütte. Von allen Hütten gibt es Zu- und Abstiege ins Tal. Die Talorte sind mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut zu erreichen und untereinander verbunden.

Broschüre DAV: Zillertaler-runde

hohenweg-skizze

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Quelle: DAV

Mayrhofen – Gamshütte (1921m) – 1000 Hm ↑

Um 08:45 ging es am Hotel los. Mit dem Bus ging es zuerst nach Finkenberg zur Teufelsbrücke. Da begann der Aufstieg zur Gamshütte. Über zahllose Kehren des Hermann-Hecht Weges ging es sehr steil nach oben. Nach kurzer Zeit begann es sehr stark zu regnen. Nach der Hälfte des Weges gab es eine Schutzhütte, in der sich schon mehrere Personen versuchten vor dem Dauerregen in Sicherheit zu bringen. Wir versuchten es auch, was sich aber als wenig sinnig herausstellte, da auch das Dach der Schutzhütte dem Regen nicht standhielt. Nach 3,5 Std. erreichten wir ziemlich durchnässt (trotz 3 Lagen Gore-Tex Hose und Jacke) die Hütte. Die Gamshütte ist eine kleine ur- gemütliche Hütte. Dort lernten wir Leo, Christian, Max, Marcel, Martin, Jonas, Martin und Kathrin kennen, die wir in den nächsten Tagen immer wieder trafen und mit denen wir einen großen Teil der Runde gemeinsam gehen sollten. Martin u. Kathrin sollten immer einen Tag hinter uns sein, da sie bis zum Furtschagelhaus einen Tag mehr eingeplant haben.

Gamshütte – Olperer Hütte (2389m) – ca. 1200 Hm ↑ ; 1000 HM ↓

Aufgrund des weiterhin schlechten Wetters, mussten wir umplanen. Der Weg über das Friesenberghaus zur Olperer Hütte ist unter diesen Bedingungen zu gefährlich. Also wieder 1000 Hm ↓ absteigen. Wir nahmen den Weg nach Ginzling u. dann mit dem Bus zum Schlegeisspeicher. Dort trennten sich erst einmal die Wege der einzelnen Pärchen der Gamshütte. Jeder hatte nämlich eine andere Hütte zur Übernachtung am 2. Tag gebucht. Wir nahmen die Neumarkter Runde über Unterschrammach- u. Riepenkar, um zur Olperer Hütte aufzusteigen. Der Weg über die Neumarkter Runde erwies sich als anstrengender als erwartet. Ziemlich kaputt und bei starkem Schneefall (Mitte August) kamen wir gegen 16:00 Uhr an der Olperer Hütte an. Sie ist eine neue, auf modernster Basis basierend gebaute Hütte, aber auf Ihre weise dennoch sehr gemütlich. 

Olperer Hütte – Furtschagelhaus (2295m) – ca. 500 Hm ↑ ; 600 Hm ↓

Nach dem Frühstück ging es los, aber wo war der Weg. Es hatte über Nacht weiter geschneit und wir waren die Ersten! Nach einiger Zeit fanden wir die ersten Markierungen und dann auch den Weg. Dann kam auch die Sonne raus und das Wetter wurde zusehend besser. Unten angekommen ging es ca. 3,5 km am Schlegeisspeicher entlang, bis es dann   1 km leicht ansteigend auf das Schlegeiskees u. dann auf dem treppenartigen, steilen Weg zum Furtschagelhaus ging. Am Furtschagelhaus trafen wir dann auch wieder Leo, Christian, Max, Marcel, Jonas und Michael. Wir hatten einen schönen, sonnigen Nachmittag mit herrlichem Ausblick u. einen lustigen Abend. Leider wurde das Wetter wieder schlechter und es begann zu regnen und zu schneien.

Furtschagelhaus – Berliner Hütte (20144m) – ca. 900 Hm ↑ ; 1060 Hm ↓

Das Wetter hat sich noch verschlechtert. Eigentlich wollten wir bei Regen oder Schnee nicht los Richtung Berliner Hütte, sondern absteigen und dann über das Nachbartal die Berliner Hütte erreichen, aber……!!?? Wir gingen trotzdem, weil alle gingen. Ziemlich dämlich. Nach 3 Std. Aufstieg, waren wir im tiefsten Schnee u. „Schneesturm“am Schönbichler Horn auf 3134m. Durch die steile, seilversicherte Ostflanke ging es dann bergab. Normalerweise sollte man bei diesen Verhältnissen ein Klettersteigset verwenden, wir hatten aber nix dabei! Mit viel Glück ist nichts schlimmeres passiert und so kamen wir sehr kaputt nach 6 Std. an der Berliner Hütte an. Sie ist eine der ältesten, größten u. imposantesten Hütten überhaupt. Glück gehabt, kurz nach Ankunft öffnete der Himmel wieder seine Schleusen und es regnete wolkenbruchartig.

Berliner Hütte – Greizer Hütte (2227m) – ca. 1200 Hm ↑ ; 1100 Hm ↓

Über die Moorböden des Schwarzensteinmoors geht es stetig steigend zum wunderschönen Schwarzsee auf 2472 m. Von dort weiter in einigen steileren Serpentinen in das Rosskar und weiter bis zur Mörchenscharte (2872 m). Dort trafen wir auch die anderen, die schneller Unterwegs sind. Nach der Mörchenscharte geht es in einem kurzen, sehr steilen Stück mit Seilversicherungen bergab und weiter in engen Serpentinen hinunter in den Floitengrund. Kurz vor dem Talboden ging es dann nochmal über einen Klettersteig mit Seilversicherungen und Aluleiter steil nach unten. Das Überschreiten des Floitenbach stellte nochmal eine kleine Herausforderung da, bevor es dann 1,5 h knackig steil nach oben zur Greizer Hütte ging. Nach einem feucht, fröhlichen Nachmittag und Abend ging es nach einem gemeinsamen Sternenhimmel schauen relativ spät ins Bett.

Greizer Hütte – Kasseler Hütte (2178m) – 650 Hm↑ ; 700 Hm ↓

Um 08:00 verabschiedeten wir uns von Leo und Christian, die heute nach Berlin zurück fuhren. Wir gingen gegen 08:30 Uhr los. Sanft ansteigend über Steinplatten geht es zur Lappenscharte. Nach 1 Std. Abstieg ging es dann nach rechts abbiegend Richtung Kasseler Hütte. Über die Schlucht der Elsenklamm ging es durch nicht endend wollende Schuttfelder, immer mit Blick zur Kasseler Hütte, die nicht näher kommen wollte. Es war trotz großer Anstrengung ein sehr schöner Tag, da das Wetter traumhaft war und wir eine herrliche Natur vorfanden. Für uns war es der letzte Tag auf dem Höhenweg, da wir die letzte Etappe zur Edelhütte aufgrund des angekündigten schlechten Wetters ausließen. Außerdem wollten wir die letzten Urlaubstage vor der Rückreise locker ausklingen lassen.

Kasseler Hütte – Stillupphaus (1200m) – 900 Hm ↓

Am Morgen verabschiedeten wir uns von Max, Marcel, Martin und Jonas. Wir stiegen gemütlich zur Grünen Wand Hütte ab. Von dort ging es dann über die Sillupptalstr. zum Stillupphaus. Wir deponierten unsere Sachen in unserem Zimmer u. machten noch einen Nachmittagspaziergang zum Stilluppspeicher u. zurück. Kurz nach Ankunft begann es dann kräftig zu regnen und es gab noch ein kräftiges Gewitter. Wir dachten an unsere Mitstreiter und hoffen, dass sie gut zur Edelhütte kommen. Nach einem leckeren Abendessen ging es früh zu Bett.

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Stillupphaus – Filzenkogel – Mayrhofen  –  ca. 1200 Hm ↑ ; 1600 Hm ↓

Zuerst ging es mit dem Taxi zum Stilluppspeicher, von dort aus begann dann der sehr steile Aufstieg 1000 Hm ↑ zur Ahornbahn. Dann noch ca. 230 Hm ↑ zum Filzenkogel. Diese aber nicht mehr ganz so steil. Die Zivilisation hatte uns wieder. Das Stillupphaus war schon ein Kulturschock, aber die Alm an der Ahornbahn mit den ganzen Touristen, Berggaststätten etc. war schon schlimm! Wir wünschten uns irgendwie wieder auf den Höhenweg zurück. Nach dem Filzenkogel ging es dann zur Ahornbahn zurück u. dann weiter nach unten nach Mayrhofen. Am Abend trafen wir noch Jonas und Martin, Michael und Kathrin (die immer ein Tag hinter uns waren auf dem Höhenweg) die auch noch vor der Rückfahrt eine Nacht in Mayrhofen blieben. Es war ein schöner Abschluss des Berliner Höhenweges. Am nächsten morgen ging es mit der Bahn zurück nach Hause.

Fazit:

Der Berliner Höhenweg / Zillertaler Runde ist wirklich zu empfehlen. Ein herrlicher Höhenweg, in einer traumhaften Umgebung mit schönen Hütten. Klar das Wetter spielt bei so einer Tour immer eine große Rolle, wie wir am eigenen Leib erfahren mußten. Man sollte auch im Sommer immer auf alles gefasst sein, aber wem sage ich das!

Was ich auch empfehlen kann ist die Zillertaler Runde als Trekkingpauschale. Man kann je nach Zeit und Möglichkeit zwischen einem Teil der Tour und der ganzen Runde wählen: Möglich sind zwei bis sieben Übernachtungen. Der Vorteil: Man bucht die Pauschale und bekommt alles aus einer Hand! Die Naturparkbetreuung Zillertal reserviert die Hüttenübernachtungen und schickt einem sämtliche Unterlagen vorab zu. Als besonderen Service erhält man außerdem die beiden AV-Karten Zillertal Mitte und West, einen naturkundlichen Führer sowie Gutscheine für Fahrten mit dem Bus. Diese und weitere Informationen findet man in der Broschüre Zillertaler Runde des DAV, die ich oben als Link eingefügt habe.

Sollten jemand noch Fragen haben, einfach fragen.

2 Gedanken zu “……auf dem Höhenweg unterwegs !!!

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